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28.09.2012 - Osternienburg und Pißdorf

Die Kirche von Pißdorf

Im Osternienburger Land im Landkreis Anhalt-Bitterfeld liegt der Ortsteil Osternienburg. Die erste urkundliche Erwähnung wird auf das Jahr 1205 zurückgeführt. Germanische Stämme und Slawen besiedelten das Gebiet und legten Burgwälle an. Karl der Große grenzte seine Gebiete zur Sicherheit der Reichsgrenzen ein und im 11./12. Jahrhundert entstanden die ersten Sattelhöfe. Ortsansässige mussten an den Eigentümer Abgaben zahlen. Auf dem Wallburghügel wurde im 13. Jahrhundert die erste Kirche erbaut. Durch die vermehrte Landwirtschaft und Entdeckung der Braunkohle benötigte man Wohnungen und das Landschaftsbild mit Mensch und Kultur veränderte sich. Bedingt und in Folge des Braunkohleabbaus in der Grube Wilhelm, wurde von 40 Mitarbeitern Ende des 19. Jahrhunderts der St. Barbara Verein gegründet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der durchgeführten Bodenreform wurde eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft gegründet. Das Osternienburger Wappen mit Pflug, Stern sowie Schlägel und Eisen deutet auf die genutzten Wirtschaftzweige hin. Osternienburg ist bekannt als „deutsches Hockeydorf“, denn der Osternienburger HC spielt in der Hallenhockey-Bundesliga (Herren). Schon in den 70er und 80er Jahren waren die Osternienburger Hockeyspieler unter dem Namen “BSG Traktor“ sehr erfolgreich. Sie hatten mehr als 154 Eintragungen in der DDR-Meisterliste.
Ernst Messinger, Gärtnermeister, organisierte das Zubehör und brachte das Hockeyspiel mit in sein Dorf. Am 1. April 1950 fand das erste Turnier im Ort statt. Im Jahr 1975 erzielte man einen 4:2-Sieg gegen die Niederlande. Ein Jahr später folgte dann in Uljanowsk einen 3:0-Sieg. Die Herrenmannschaften stiegen 1995/1996 in die 2. Bundesliga auf. Die Osternienburger Hockeyhalle entstand durch Eigenleistung der Spieler in mühevoller Arbeit aus einer alten Scheune.
Nur wenige Kilometer entfernt liegt das Dörfchen Pißdorf. Urkundlich erstmals erwähnt wurde es im Jahre 1342. Abgeleitet von dem ehemaligen bischöflichen Besitz „Biscopestorp“ um 1370, begegnete man schon 1343 der Kurzform „Bistorp“. Es ergab sich dann eine Schreibweise „Biscopes-Dorf“ und daraus wurde dann "Bisdorf". Ab 1732 machten sich aber durch Lautverschiebungen, gerade im Köthener Land, die Mitlaute stark bemerkbar und aus Bisdorf" wurde "Pißdorf". Schon 1752 fand man auf einem Abendmahlskelch der Kirche die Inschrift “Pistdorf“, danach gab es nur noch Aufzeichnungen von „Pißdorf“. Im 13. Jahrhundert wurde eine Kirche mit römischen Schlitzfenstern erbaut und im 18. Jahrhundert wurden drei Glocken eingesetzt. Die Kirche wurde bis 1995 regelmäßig saniert und umgebaut, sie besitzt heute ein elektrisches Läutewerk, Schieferbedeckung, eine Turmuhr, eine Wetterfahne und eine Feierhalle. Der Hund im Wappen von Pißdorf lässt auf eine ehemals stark vertretende Familie „Hund“ deuten. Es könnte jedoch auch auf das Hundegekläff des jagenden Fürstentums hindeuten. Das Symbol des Hundes auf der Turmspitze ist das Ortsiegel.
 



Kalenderblatt vom 28.09.2012

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