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28.10.2012 - Bobbau, Jeßnitz und die Burgruine Salegast

Der Wasserturm in Bobbau Bobbau, im angrenzenden ausgedehnten Auengebiet des Urstromtals der Mulde liegend, ist ein Stadtteil von Bitterfeld-Wolfen. Der Ort, mit dem historischen Wasserturm, den fränkischen Bauernhöfen und der neugotischen Kirche, wurde am 1. September 2009 in die Stadt Bitterfeld-Wolfen eingemeindet. Über die erste urkundliche Erwähnung von Bobbau im Jahr 1370 unter “Bobowe“, kann man im “Codex Diplommatilus Anhaltinus“ von Dr. Otto Heinemann nachlesen. Durch Funde altertümlicher Gegenstände ist jedoch bewiesen, dass Bobbau bereits zu früheren Zeiten existierte. Bobbau wurde oft durch Feuersbrünste zerstört, so zum Beispiel in den Jahren 1773, 1825 und 1833. Im Krieg 1637 wurde der Ort vollständig zerstört. Später wurde Bobbau jedoch wieder neu aufgebaut, ein Grund hierfür war die verkehrsgünstige Lage, es erfolgte eine große Ansiedlung von Unternehmen, die Neubausiedlung Wolfen wurde gebaut und eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft gegründet. Auch gesellschaftliche Vereine gründeten sich, u. a. der Männergesangsverein im Dezember 1863, welcher zum Sachsen-Anhalt-Tag in Dessau auftrat. Das höchste Windfeld der Region befindet sich bei Bobbau, die Räder sind 114 m hoch und die Flügel haben eine Länge von 37 m. Ein historisches Denkmal Bobbaus ist der Wasserturm. Wasseradern wurden im Jahr 1926 in 76 m Tiefe gefunden und im Juli 1927 wurde der Turm mit einer Tageskapazität von 2200 m³ fertig gestellt, er versorgte auch Jeßnitz und Raguhn. Im April 1945 zerstörten Grananteneinschläge den Turm, aber ein Jahr später wurde dieser wieder hergestellt. Nur kurz in Betrieb, nach Sanierungsarbeiten, wurde der Wasserturm im Jahr 1988 stillgelegt. Einmal im Jahr - zum “Tag des offenen Denkmals“ – finden hier Veranstaltungen statt. Der Heimatverein "Bobbau und Siebenhausen e.V." wurde am 23. November 1999 gegründet. Er setzt sich für den Erhalt des Gebäudes ein und erarbeitet derzeit eine Chronik.
Die Christuskirche von Bobbau wurde 1875 im neugotischen Stil mit Apsis und Westturm erbaut und im selben Jahr eingeweiht. Stark zerstört vom 2. Weltkrieg wurde sie in den 1950er Jahren wieder zum Teil in vereinfachter Form aufgebaut. Am 28. August 2011 weihte man die Kirche, nach Renovierungsarbeiten, mit einem großen Gemeindefest ein. Die Kirche erhielt 2008 die Auszeichnung “Lebensraum Kirchturm“ vom Naturschutzbund Deutschland, da sie Nistplätze für Schleiereulen und Falken bietet.
Der Ort Jeßnitz, welcher bereits 1156 urkundlich erwähnt wurde und ebenfalls zum Landkreis Anhalt-Bitterfeld gehört, besitzt ein Rathaus, eine Kirche, ein Postgebäude und eine Schule. Zwischen Jeßnitz und dem Ortsteil Roßdorf am Muldeufer ist der Kanu Club „Jeßnitz Anhalt e.V.“ ansässig. Im Ratssaal des Jeßnitzer Rathauses befindet sich seit 1991 eine kleine Künstlergalerie.
Zwischen Jeßnitz und der Gemeinde Greppin, im großen Laubwald des Landkreises Bitterfeld, auf einer 250 m hohen Fläche, befindet sich die Ruine der Saleburg. Archäologische Nachweise lassen auf eine steinzeitalterliche Kultur vor mehr als 7000 Jahren schließen. Im Jahr 1287 wurde der Ort als Kirchdorf bezeichnet. Im 14. Jahrhundert wurde eine altromanische Kirche errichtet und es siedelten sich 12 Bauernhöfe bis zum Jahre 1550 an. Nach einem Brand und stetigem Hochwasser wurde ein Wiederaufbau aufgegeben. Die Schlangenburg, welche als Burg von Bertolus de Salegast im 15. Jahrhundert zerfiel, war einst  5 m hoch und hat eine Fläche von 12 x 16 Meter. Heute erinnern nur noch Wallreste, Gras und Sträucher an die ehemalige Burg.
 



Kalenderblatt vom 28.10.2012

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