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29.02.2012 - Eike von Repgow und sein Sachsenspiegel

Eike von Repgow

Über den Verfasser des Sachsenspiegels ist leider sehr wenig bekannt. So wird die Geburt Eikes auf das Jahr 1180 datiert, höchstwahrscheinlich in Reppichau. Sein Vater und Großvater gehörten zur Besatzung der Burg Giebichstein in Halle und waren gut begütert. Eike selbst genoss für damalige Verhältnisse eine exzellente Ausbildung, war überaus gebildet und beherrschte die lateinische Sprache in Wort und Schrift. Ab 1209 wurde sein Beisein bei Rechtshandlungen urkundlich belegt und auch dem Grafen Hoyer von Falkenstein soll er beratend zur Seite gestanden haben. Sein Werk der Sachsenspiegel entstand in der Zeit von 1220 bis 1230/35. Von Eike selbst gibt es ab 1233 keinerlei Nachweis mehr und seine Spur verliert sich.
Der Sachsenspiegel ist ein Rechtsbuch in niederdeutscher Schrift, das die damals gültigen Rechtsauffassungen schriftlich festhielt.
Bald galt es als offizielles Gesetzbuch und fand seine Anwendung erstmals 1235 in Halle.
In diesem Rechtsbuch, das als Vorlage das Lehnrechtsbuch hatte, wurde hauptsächlich das Landrecht und das Lehnrecht geregelt. Das Landrecht zum Beispiel beinhaltete das Recht der freien Leute und regelte deren Erbe, Ehe, Güter oder auch das Strafrecht. Das Lehnrecht befasste sich mit der Wahl von Kaisern oder Königen, Lehnpflichten und dergleichen.
Der Sachsenspiegel bildete die Grundlage für den 1275 verfassten Schwabenspiegel und wurde später noch in mehrere Sprachen übersetzt.
In einigen Teilen Deutschlands war er bis 1806 gültig, in Sachsen bis 1865 und im Herzogtum Anhalt sogar bis Ende 1899.
In dem kleinen Örtchen Reppichau im Landkreis Anhalt–Bitterfeld gibt es Eike von Repgow zu Ehren eine Dauerausstellung im ganzen Ort unter dem Namen „Kunstprojekt Sachsenspiegel“. Auch in anderen Orten in Deutschland wurden Gerichte, Schulen und Plätze nach Eike von Repgow benannt.

Wussten Sie schon?
Im Sachsenspiegel werden die Rechte teilweise sehr anschaulich und bildhaft erklärt und auch Rechtsprichwörter kommen vor. So auch das uns wohl bekannte „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“, ursprünglich „wer ouch erst zu der mulen kumt, der sal erst malen“.
 



Kalenderblatt vom 29.02.2012

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