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29.03.2012 - Der ehemalige Hauptsitz der Askanier – Aschersleben

Historische Ansicht der Stadt AscherslebenDie älteste Stadt in ganz Sachsen-Anhalt wurde bereits im Jahre 753 schriftlich erwähnt. Damals hieß Aschersleben noch „Ascegerslebe“, welches sich aus dem germanischen Namen „Askger“ und der Endungssilbe „leben“ zusammensetzt und auf den germanischen Stamm der Warnen deuten lässt.
Die Askanier, allen voran Albrecht der Bär, eroberten im elften Jahrhundert die Stadt und Aschersleben wurde zum Mittelpunkt der Grafschaft. 1266 verlieh ihr Heinrich II. das Stadtrecht und es wurde eine gewaltige Stadtmauer mit einer Länge von mehr als 2 Kilometern errichtet, die sogar 51 Wach- und Wehrtürme besaß.
Zur Zeit des Raubrittertums verbündete sich Aschersleben mit Halberstadt und Quedlinburg zu einem Dreistädtebund, der 150 Jahre bestand.
In den folgenden Jahrhunderten bestimmten Kriege das Leben der Stadt. Im Bauernkrieg, dem 30jährigen Krieg bis hin zum Siebenjährigen Krieg hatte Aschersleben mit seinen Bewohnern unter Misshandlungen, Plünderungen und Zerstörungen zu leiden, die nur langsam überwunden wurden.
Erst in den Zeiten der Industrialisierung im 19. Jahrhundert entwickelte sich Aschersleben zu einem  bedeutenden Wirtschaftsstandort. Schnell wachsende Unternehmen wie die Zuckerfabrik Wetzel, die WEMA (Werkzeugmaschinenfabrik), die Kaliwerke oder auch die Junkerswerke entstanden und brachten der Stadt Aufschwung und pulsierendes Leben.
Über Anhalts Grenzen hinaus bekannt wurde Aschersleben auch durch den Sämereien- und Gewürzanbau, der für seine Qualität berühmt war, und es geht die Kunde, dass es nirgendwo so einen guten Majoran gäbe, wie in dieser Region. Sehr viele Rezepte sind bekannt, die Majoran enthalten, Speisen, die auch heute noch in Anhalt sehr gern zubereitet werden.
Während des 2. Weltkrieges erlitt Aschersleben, wie so viele andere Städte auch, schwere Schäden durch Bombenangriffe. Die völlige Zerstörung der altehrwürdigen Stadt verhinderte 1945 ein amerikanischer Major, Harlan W. Newell, der heute Ehrenbürger von Aschersleben ist.
In den Jahren nach dem Krieg und des Wiederbeginns bis hin zur politischen Wende 1989 wurde das Gesicht der Stadt vor allem durch den Werkzeug- und Baumaschinenbau, Rohrleitungsbau und die Gewürzverarbeitung geprägt.
Allerdings brachte die politische Wende auch vielfach das Aus für die ehemaligen volkeigenen Betriebe an diesem Standort, die nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht mehr überleben konnten. Die Wirtschaft musste sich neu aufstellen. Dazu gab es Neuorientierungen, ein Leitbild mit Konzentration auf Wirtschaft, Bildung, Stadtumbau. Aschersleben nahm daraufhin von 2003 bis 2010 an der Internationalen Bauausstellung „Stadtumbau 2010“ teil und richtete die 3. Landesgartenschau aus.
Heute glänzt der Ort mit modernen Gebäuden und einer sanierten Altstadt. Neben der St. Stephani-Kirche, dem Wahrzeichen Ascherslebens, dem Rathaus oder dem alten Gefängnis sind die Reste der gewaltigen Stadtmauer mit den 15 erhaltenen Türmen sehenswert und zeugen von der langen Geschichte der ehemaligen Askanierhochburg.
 



Kalenderblatt vom 29.03.2012

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