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29.07.2012 - Fürst Johann August von Anhalt-Zerbst

Fürst Johann August von Anhalt-ZerbstDer Zerbster Fürst galt als ein fleißiger und umsichtiger Regent, der es verstand, sein Land so zu regieren, dass während seiner Amtszeit durchgehend Frieden herrschte und Zerbst als Stadt erblühen konnte.
Als ältester Sohn des regierenden Fürsten Carl Wilhelm von Anhalt–Zerbst wurde Johann August am 29. Juli 1677 in Zerbst geboren, benannt nach seinen Großvätern Johann von Anhalt–Zerbst väterlicherseits und August von Sachsen–Weißenfels mütterlicherseits.
Johann August wuchs als ein sehr gebildeter Knabe auf, der schon bald seine Kavalierstour in die Niederlande, Frankreich und nach England unternahm, immer an seiner Seite sein Begleiter Siegmund Gottfried von Hegel. Während dieser Reise wurde er durch den englischen König Wilhelm III. von Oranien empfangen, zudem ergab sich bei umfangreichen Friedensverhandlungen in Rijswijk im Haag die Gelegenheit für ihn, erstmals an der Politik teilzunehmen. Nach seiner Rückkehr in die Heimat, im Jahr 1699, förderte der Vater Carl Wilhelm das politische Interesse seines Sohnes, indem er ihn in die Regierungsgeschäfte einbezog – etwas nicht Alltägliches zur damaligen Zeit.
Nach einer Dänemarkreise 1701 erhielt der Erbprinz seine eigene Hofhaltung und bereits ein Jahr später wurde die Vermählung mit der Prinzessin Friederike von Sachsen–Gotha gefeiert. Als Rückzugsort für seine Frau und sich ließ er ab 1704 in der Nähe von Zerbst, in Badetz, ein Lustschloss mit Orangerie und einem Barockgarten erbauen und benannte dies nach seiner Liebsten „Friederikenberg“.
Als seine Frau jedoch zwei Jahre später nach langer Krankheit früh verstarb, kam der Bau aufgrund der großen Trauer zum Stillstand, bis Fürst Carl Wilhelm das Schloss provisorisch beenden ließ.
Im Jahre 1715 heiratete Johann August in zweiter Ehe Hedwig Friederike von Württemberg-Weitlingen und trat drei Jahre später mit dem Tod seines Vaters die Regierung des Landes Anhalt–Zerbst an.
Mit viel Engagement und Ehrgeiz leitete der Fürst die Geschäfte und förderte einen Aufschwung seines Landes. So regte er die Gründung einer eigenen Fayencemanufaktur an, mit der er seine Schlösser kostengünstig ausstatten und Export betreiben konnte. 1722 rief er Johann Friedrich Fasch als Hofkapellmeister nach Zerbst. Weiterhin sorgte er für die Anlegung einer Straßenbeleuchtung und begründete das Zucht-, Waisen- und Armenhaus am Frauentor. Die Herrschaft Jever besuchte der Fürst zudem in regelmäßigen Abständen.
Da beide Ehen von Johann August kinderlos blieben, erlosch die Anhalt–Zerbster Linie mit seinem Tode am 7. November 1742 in Zerbst und die Herrschaft ging an die Nebenlinie Anhalt–Zerbst–Dornburg.



Kalenderblatt vom 29.07.2012

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