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29.11.2012 - Fürst Leopold von Anhalt-Köthen

Leopold von Anhalt-KöthenLeopold von Anhalt-Köthen war der zweite Sohn von Fürst Emanuel Lebrecht von Anhalt-Köthen und dessen Gattin Gisela von Rath. Er wurde am 29. November 1694 in Köthen geboren.
Nach dem frühen Tod seines Vaters im Jahr 1704, wurde er von der streng lutherischen Fürstin und dem König Friedrich I. von Preußen, laut väterlichem Testament, großgezogen. Die Ritterakademie in Brandenburg an der Havel besuchte er von 1708 bis 1710, im November 1708 tanzte er bei der im Berliner Hof aufgeführten Festoper “Alexanders und Roxanen Heyrath“. Auf seinen Reisen ab Oktober 1710, unter anderem nach Den Haag, offenbarte er seine Vorliebe für die Musik mit zwölf Opernbesuchen. In England besuchte er die Oper in London und die Universität Oxford mit ihrer Bibliothek. Es folgten Rom, Florenz, Venedig und Wien, bevor er am 17. April 1713 nach Köthen zurückkehrte. Angetan von seiner Leidenschaft, der Musik, gründete er die Köthener Hofmusik, mit ausgezeichneten Musikern, wie zum Beispiel dem Opernkomponisten Augustin Reinhard Stricker, welcher nach Auflösung der Berliner Hofkapellen Arbeit suchte. Dies stellte sich für Köthen als eine bedeutende kulturelle Bereicherung heraus. Im Mai 1716 nahm Leopold im Schloss und im Rathaus die Erb- und Landeshuldigungen entgegen. Da er, aufgrund der Primogenitur, seinen Bruder abfinden musste, erhielt dieser das Schloss in Güsten und das Land Warmsdorf mit allen Einkünften. Den Posten als Kapellmeister seiner Hofkapelle bot er seinem Freund Johann Sebastian Bach an. Diesen lernte er am 24. Januar 1716 auf der Hochzeit seiner Schwester kennen. Johann Sebastian Bach profitierte von dem zeitweise selbst als Violinist im Orchester mitwirkenden Leopold. Die Köthener Jahre werden als sehr produktive Jahre Bachs bezeichnet.
Im Dezember 1721 heiratete Fürst Leopold die Prinzessin Friedericke Henriette von Anhalt-Bernburg, welche aber drei Jahre später an einer Lungenkrankheit verstarb. Danach ehelichte er die Prinzessin Gisela Agnes von Anhalt-Köthen.
Nebenbei beschäftigte er sich auch mit der Gartenkunst und ließ 1714 den Orangeriebestand für den Köthener Residenzgarten aufbauen.
Mit 34 Jahren starb Fürst Leopold am 17. November 1728. Die aufgeführte “Trauerkantante“ (Köthener Trauermusik) wurde am 23. März 1729 in der Gruft der St. Jakobskirche im Rahmen eines Gedenkgottesdienstes von J. S. Bach für seinen Freund aufgeführt.
Die Köthener Leopoldstraße wurde nach ihm benannt.
 



Kalenderblatt vom 29.11.2012

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