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30.03.2012 - Die Ascherslebener "Möhrenköppe" - ein Spitzname mit Hintergedanken

Turm der Stadtbefestigungsanlage, errichtet 1322„Möhrenköppe“ ist der alte Spitzname für die Aschersleber. Spitznamen oder Enkelnamen sind ein weit verbreiteter Begriff des Volkshumors, der mit schonungsloser Kritik Eigenheiten, Tracht oder Sprechweise der Bevölkerung eines Ortes oder spezielle Vorkommnisse bewitzelt und verspottet, so erbarmungslos, wie es Kinder in naiver Weise zu allen Zeiten untereinander getan haben. Man wollte den Ascherslebern mit dem Wort „Möhrenköppe“ wohl andichten, dass es ihre Leibspeise sei, denn nach dem alten Volksglauben wird man klug, wenn man viele Möhren isst. Die Aschersleber dachten also, sie könnten mit dem massenhaften Genuss der Möhren die fehlende Schlauheit erlangen, doch der gehässige Hintergedanke dabei war, dass der gewünschte Erfolg trotzdem ausgeblieben ist. Und doch kann die Aschersleber Bevölkerung diesen Spottnamen in stolzem Selbstbewusstsein leicht auch als Ehrennamen deuten. Sie waren schlauer als die anderen, die die Möhren einfach nur aßen und sich über eine preiswerte Nahrung freuten. Die Aschersleber aber ließen die Möhren ins Kraut schießen, ernteten den Samen, verkauften ihn für gutes Geld und kamen damit zu Reichtum.
 



Kalenderblatt vom 30.03.2012

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