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30.05.2012 - Eine Sage aus Anhalt – Der schwarze Hund von Nienburg

Im Jahre 975 wurde das Kloster von Thankmarsfelde im Harz nach Nienburg an der Saale verlegt. Vor dieser Zeit soll sich jedoch schon eine Burg in Nienburg befunden haben, die Jürgensburg, die einem Ritter gleichen Namens gehörte.
An ihrer Stelle findet man heute die Schäfergasse, unweit von ihr den Jürgensberg.
Einer Sage nach lief jahrhunderte lang ein schwarzer Hund durch die Schäfergasse und diese Sage möchten wir Ihnen heute kurz erzählen.

„Von einer verschwundenen Burg weiß die Sage zu berichten, und zwar dort, wo sich heute die Schäfergasse befindet. Da lebte einst ein Ritter namens Jürgen, der einen schwarzen Hund besaß, den er schätzte wie einen Freund.
Eines Tages verletzte ein Knappe unbeabsichtigt den Hund schwer. Im Jähzorn erschlug danach der Ritter den jungen Mann. Aber bald darauf verstarb er selbst und ward dazu verflucht, bis zu seiner Erlösung als ein schwarzer zotteliger Hund Nacht für Nacht durch die Straßen zu laufen. So stromerte 800 Jahre lang das Tier mit grässlichem Blick und langer blutiger Zunge durch die Schäfergasse, wo einst die Burg des Ritters stand, und jagte jede Nacht Furcht und Entsetzen in die Bewohner von Nienburg.
Man wagte sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr aus den Häusern. Endlich fasste ein Nachtwächter Mut. Als er dem spukenden Tier begegnete, ging er mit seinem Spieß drauflos. Im gleichen Augenblick verwandelte sich der Hund in den Ritter, der für die ersehnte Erlösung dem unerschrockenen Mann dankte und sofort in Staub zerfiel.“

Quelle: „Sagen und Bilder aus Sachsen-Anhalt“ von Hanns H F. Schmidt (Tauchaer Verlag)
 



Kalenderblatt vom 30.05.2012

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