HomeStartseiteKalenderblätter

30.09.2012 - Alten - Ein Dorf schreibt Heimatgeschichte

Im Jahre 1239 wurde das Dorf „Altena“ erstmals urkundlich erwähnt. Weitere Urkunden aus den Jahren 1319 und 1358 bestätigen die Besiedlung des mittelalterlichen Dorfes. Nach Waldrodungen und Ackerbestellungen ließ Fürst Leopold 1704 ein Vorwerk erbauen und gestatte im Erbzinsbrief vom 9. Juni 1709 die Erlaubnis, zu weiterer landwirtschaftlicher Nutzung und Besiedlung um das Vorwerk.
Die Alte Strasse und die Dorfstrasse (heutiger Auenweg) entstanden im Jahre 1730 und führten damit zu einer schnellen Besiedlung. Im Jahr 1743 ließ Fürst Leopold, aus Anlass der Genesung seiner Gemahlin, eine evangelische Kirche errichten. In der ellipsenförmigen Mauerkirche, welche im barocken Stil gebaut wurde, ist nachträglich eine Empore und eine Orgel aufgestellt worden. Das Pfarrhaus wurde im Jahre 1766 und die Schule 1730 erbaut. Eine neugotische katholische Kirche wurde am 4. Juni 1906 in Alten eingeweiht. Die erste Gastwirtschaft öffnete im Jahr 1763. Fürst Leopold erteilte der Gemeinde Alten die Genehmigung zum Bau eines Backhauses, ab 1850 wurde dieses verpachtet. Die ersten Schmieden eröffneten 1875 und 1885 und im Jahre 1870 zog die Abdeckerei Körting nach Alten. Die erste Poststelle wurde errichtet und am 1. Juli 1890 wurde die Bahnlinie (Berlin-Anhalt)eingeweiht. Zwar gab es schon den Schienenverkehr seit 1840, dieser fuhr aber nicht regelmäßig über Alten.
Ein großer wirtschaftlicher Aufschwung erfolgte durch Junkers und Co. ab 1906, den Flugzeugbau ab 1915 und den Motorenbau ab dem Jahre 1923. Zu erwähnen sei auch die Gründung der Holzindustrie Berlin/Dessau AG und der Bau des Sägewerks an der Köthener Strasse. In den weiteren Jahren entstanden Wohnsiedlungen, zahlreiche Handwerksbetriebe ließen sich nieder, die Straßen wurden gepflastert und zu DDR-Zeiten wurden die landwirtschaftlichen Betriebe in einer LPG „zwangskollektiviert“.
Mit der Wende mussten viele Betriebe ihre Pforten schließen: der Fischgroßhandel, das Getränkekombinat, der Tabakgroßhandel und viele kleinere Produktionsgenossenschaften. Erhebliche Investitionen zum Aufbau und Umbau erfolgten von 1994 bis 2006 in den Krankenhäusern. Die Bundeswehr schloss 2007 ihren Standort in der Junkers-Kaserne, auf dem Gelände befindet sich seit 2008 der neu gebaute Golfplatz. Immer mehr Bauernhöfe wurden als Wohnhäuser umgebaut und die Nutztierhaltung ist eher selten geworden. Nur einzelne Strassen lassen erahnen, wie das kleine Dorf „Altena“ einst ausgesehen haben muß. Durch den Bau der Straßenbahn und neuen Einkaufszentren, den renovierten und sanierten Neubauvierteln und dem umgebauten Krankenhaus hat Alten eine große Veränderung erfahren.
Die Geschichte und Bilder kann man im Förder- und Heimatverein Dessau-Alten e.V. im Klinikum sehen und Wissenswertes in einer Führung erfahren, von der Historie bis zu einzelnen Details der Junkerswerke.
 



Kalenderblatt vom 30.09.2012

Alle bisherigen Kalenderblätter anzeigen