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31.01.2012 - Die Zeit vor Anhalt

Statue von Albrecht dem Bären in SpandauIn diesem Jahr feiern wir 800 Jahre Anhalt – doch was war eigentlich davor? Viele Orte und Gemeinden in Anhalt sind älter als das Fürstentum selbst und wurden nachweislich schon viel früher besiedelt – aber von wem?
An den Flusslandschaften der Mulde und Elbe setzten sich einst die Elbgermanen und Sweben fest, aus denen sich dann viele Volksstämme bildeten. Im Raum Anhalt zum Beispiel die Semnonen und die Langobarden. Diese Stämme zogen jedoch zunehmend nach Süden und Osten und das anhaltische Land war zeitweise eher dünn besiedelt.
Es waren die Slawen, die um 520 n.Chr. aus dem Osten kamen und sich hier niederließen. Je nach Region wurden sie in Wenden und Sorben unterteilt, wobei die Wenden zwischen Elbe und Fuhne lebten. 
Anfangs herrschten sehr milde Sitten im Umgang miteinander, mit Gefangenen und anderen Stämmen. Die vielen Kriege änderten jedoch ihr Verhalten. Innerhalb eines Stammes genossen die Ältesten hohe Achtung und auch wenn die Braut gekauft werden musste, so hegte man einen liebevollen Umgang miteinander. Noch heute zeugen Ortsnamen von der früheren slawischen Besiedlung. Da alle Slawen einer Familie den Namen des Oberhauptes annahmen und die Endung "-itz" anfügten, wurde dieser Name auch auf deren Wohnort übertragen.
Zu jener Zeit entstanden Dörfer und wurden Burgen errichtet. Immer mehr städtische Anlagen entstanden. In den folgenden Jahrzehnten zerfiel zunehmend die Ordnung der Wenden und die Kluft zwischen Besitzenden und Besitzlosen wurde immer größer. Daraus kristallisierten sich alsbald die führenden Personen heraus, die Fürsten.
Die Religion der Wenden und Sorben war eine Naturreligion mit vielen Göttern. Als oberster Gott galt Prove, als Göttin Siva. Ihnen zu Ehren fanden, wie heute noch in vielen Naturvölkern üblich, Tier - aber auch Menschenopferungen statt. Die Wenden lebten einen Totenkult. In diesem herrschte der Glaube an ein Fortleben nach dem Tod, weshalb hochgestellte Slawen oft einen Diener, ein Pferd oder sogar ihre Frau mit ins Grab bekamen. Aber die Völker hatten auch andere Traditionen, die wir noch heute feiern. Neben Winter- und Sommersonnenwende feierten sie den Frühlingsanfang mit Feuer und bemalten Eiern und auch den Maibaum haben wir den Slawen zu verdanken.
968 begann durch das Erzbistum Magdeburg die zielstrebige Mission in unserer Region. Ab 978 bis 1034 übernahmen die Grafen aus Geros Geschlecht die Herrschaft über das Land, als wichtigsten Herrscher des Gaus kann man aber Albrecht den Bären bezeichnen.
Aus diesem ehemaligen Reich der Wenden ging unser Anhalt hervor.
 



Kalenderblatt vom 31.01.2012

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